Schlachtplattenessen bei Pro Polizei

Kripochef Udo John mit beeindruckendem Vortrag

 

Rund 130 Mitglieder konnten Pro-Polizei-Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer und seine beiden Stellvertreterinnen Heike Ahrens-Dietz und Lisa Schäfer in der Taunushalle Solms zum Schlachtplattenessen begrüßen. Angeboten wurden aber auch Hackbraten und Salat mit Hähnchenstreifen. Nach dem Essen referierte Udo John, der Leiter der Regionalen Kriminalinspektion Lahn-Dill, in sehr persönlichen Worten über Kriminalität aus menschlicher Sicht eines Kripobeamten. Von nüchternen Zahlen abgesehen, gebe es für jeden Polizeibeamten auch Momente, die man nicht vergesse.

Lahn-Dill-Kreis sicher

John verwies darauf, dass die Häufigkeitszahl von Verbrechen, bezogen auf 100.000 Einwohner, im Lahn-Dill-Kreis bei 3850 liege, in Hessen bei rund 6000 und in Wetzlar bei rund 7000. Gemessen an anderen Bundesländern liege Hessen seit Jahren stabil auf Platz 3 oder 4 des Länderrankings. Erfreulich sei, dass man mit 69 Prozent Aufklärungsquote die dritthöchste unter den Landkreisen in Hessen hier vor Ort habe.

Persönliche Schicksale

Was Polizeibeamte in Ausübung ihres Dienstes erlebten, sei häufig genug belastend. Nicht nur Beleidigungen, Beschimpfungen, tätliche Angriffe, sondern menschliche Schicksale, wie zum Beispiel Suizide, derer es in Deutschland etwa 10.000 pro Jahr gebe, darunter ca. 40 im Lahn-Dill-Kreis. Aus seiner Sicht, so John, sei dies ein Tabuthema, dem man mehr Aufmerksamkeit im Sinne von Prävention widmen müsse. Was die Bürger sehr belaste, seien erfolgte oder auch versuchte Wohnungseinbrüche, deren Zahl zwar deutlich zurückgegangen sei. Dennoch seien die psychologischen Folgen durchaus heftig. Nach erfolgten Wohnungseinbrüchen gehe mancher nicht mehr vor die Tür, mancher fürchte sich, mancher überlege einen Wohnungswechsel, Kinder könnten einnässen. Kurzum, die psychologischen Folgen seien häufig größer als die materiellen Schäden.

Für ihn, so John, sei immer wieder bewegend gewesen, bei Menschen zu ermitteln, die von Betrügern um Erspartes, Familienschmuck oder Wertgegenstände betrogen worden seien. Auch die Ermittlung, gerade im Bereich von Tötungsdelikten, sei auf der einen Seite sehr zeitaufwändig, aber auch emotional belastend. So berichtete er über zwei in der Vergangenheit stattgefundene Morde an jungen Menschen, was die Zuhörer ob der Lebensnähe der Schilderungen in ihren Bann zog.

Zuvor hatte Pro-Polizei-Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer darauf hingewiesen, dass das Thema Innere Sicherheit leider sehr virulent sei. Auch wenn die Gesamtzahl der Straftaten leicht zurückgegangen sei und bundesweit bei etwa 5,8 Millionen liege, seien Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Körperverletzung in unterschiedlichen Variationen, Diebstahl, Jugendkriminalität, Kinderkriminalität doch deutlich gestiegen. Völlig inakzeptabel sei, dass es im letzten Jahr über 100.000 Fälle von Gewalt gegen die Polizei in Deutschland gegeben habe. Daher sei es ein Anliegen von Pro Polizei, deutlich zu machen, dass man als Bürger hinter der Polizei stehe und dankbar dafür sei, dass sie jeden Tag für die Sicherheit und damit die Freiheit des Einzelnen sorge.

Irmer verwies darauf, dass, neben den Schilderungen von Udo John, der Dienst auch deshalb belastend sei, weil Polizeibeamte täglich mit dem kriminellen Bodensatz dieser Gesellschaft zu tun hätten. Auch dies stelle eine Herausforderung dar. „Deshalb ein herzliches Dankeschön für die Arbeit unserer Polizeibeamten, und dies schließt sämtliche Hilfsorganisationen ausdrücklich ein“, so Irmer abschließend.

 

Fotos (M.Dietz):

 

Freitag, 31.10., 18.30 Uhr traditionelles Schlachtplattenessen in der Taunushalle Solms.
Anmeldungen erbitten wir auf dem beiliegenden Formular bis Montag, den 27.10.2025. Wir freuen uns auf einen hochinteressanten Vortrag vom Leiter der Regionalen Kriminalinspektion, Udo John, zum Thema „Kriminalität und Hotspots im Lahn-Dill-Kreis“. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr.